INTERVIEW 09.02.2022

Interview mit Jakub SLOWIK

Q, wie haben Sie die dreiwöchige Trainingslagerzeit verbracht?
A, Ich bin zu einem neuen Verein gekommen und wir alle können uns gemeinsam der neuen Philosophie und dem neuen Stil stellen. Diese drei Wochen waren ein erfüllendes Trainingslager. Ich habe das Gefühl, dass wir jeden Tag hart arbeiten und alle in eine neue Richtung gehen. Es ist jedoch wichtig, von hier aus weiter an der nächsten Etappe zu arbeiten, deshalb werde ich ab morgen wieder mein Bestes geben.

Q, Bei einem spielstil, der den Ballwert hochschätzt, sind die Anforderungen an den Torwart breit gefächert.
A, was der Trainer jetzt vom Torwart verlangt, ist nicht nur das Abwehren von Schüssen, sondern auch, als erster Spieler im Angriff den Ball zu bewegen. Für mich ist das eine neue Herausforderung, daher werde ich mich in diesem Punkt intensiv bemühen, dabei aber nicht vergessen, meine Hauptaufgabe, nämlich Schüsse zu stoppen und das Tor zu verteidigen, gewissenhaft zu erfüllen.

Q, Es ist beeindruckend, wie Sie im Einklang mit der Spielweise des Teams auf Japanisch coachen.
A, Im Angriff wie in der Verteidigung kann man nicht alleine spielen, daher ist es wichtig, gut mit den Mitspielern zusammenzuarbeiten. Der Torwart hat die Position, von der aus er alles sehen kann, deshalb sehe ich es als eine meiner Aufgaben an, Anweisungen zu geben. Kommunikation ist ein wichtiger Bestandteil des Fußballs, daher achte ich bewusst darauf.

Q: Ich denke, dass es beim Coaching notwendig ist, die individuellen Eigenschaften der Spieler zu verstehen. Konnten Sie Ihre Teamkollegen während des Trainingslagers besser kennenlernen?

A: Wenn man zu einem neuen Verein kommt, bedeutet das, dass man die Spieler und das Team besser kennenlernen muss. Im Trainingslager habe ich mich bemüht, den Spielstil und die Persönlichkeit jedes einzelnen Spielers genau zu erfassen. Dabei habe ich einige Dinge verstanden, und ich denke, dass das Team dadurch in eine gute Richtung geht. Das Wichtigste ist nicht nur, die Stärken der Teamkollegen zu kennen, sondern auch, wie man als ein Team zusammenwächst und Einigkeit zeigt.

Q: Es scheint, als wären Sie besonders gut darin, Schüsse aus kurzer Distanz, wie zum Beispiel innerhalb des Strafraums, zu parieren. Welche Art von Spielzügen halten Sie selbst für Ihre Stärke?
A: Ich denke, ich bin ein Torwart, der alles kann (lacht). Ich strebe stets nach Perfektion und arbeite jeden Tag daran, ein Torwart zu sein, der alles beherrscht.

Q: Es scheint, als würden Sie in der J-League in jedem Spiel große Paraden zeigen.
A: Damit das Team gute Ergebnisse erzielt, ist nicht nur der Torwart wie ich selbst wichtig, sondern auch die Unterstützung der Feldspieler unerlässlich. Manchmal helfe ich anderen, und manchmal werde ich selbst unterstützt. Das Wichtigste ist nicht, dass ich eine gute Leistung erbringe, sondern wie das Team insgesamt gute Ergebnisse erzielen kann. Darüber hinaus freut es mich sehr, wenn meine Paraden zum Erfolg des Teams beitragen, und ich möchte das weiterhin tun.

Q, welches Bild hatten Sie von Tokio, bevor Sie dem Verein beigetreten sind?
A: In der letzten Saison, als ich noch bei Vegalta Sendai spielte, kam es leider zum Abstieg in die J2. In dieser Situation erhielt ich ein Angebot aus Tokio, und ich war sehr froh, die Möglichkeit zu haben, mich weiter zu verbessern und neue Herausforderungen anzunehmen. Um dem Angebot gerecht zu werden, bin ich nach Tokio gekommen, und deshalb möchte ich jeden Tag im Training mein Bestes geben.

Q: Die Erwartungen der Fans und Unterstützer sind groß, aber spüren Sie Druck?
A: Ich fühle keinen Druck. Ich möchte weiterhin Fußball genießen und lieben, genauso wie ich es als Kind getan habe, als es mein Traum war, Fußballspieler zu werden. Außerdem freue ich mich jeden Tag auf neue Herausforderungen, um die Ergebnisse zu erreichen, die sich die Fans und Unterstützer wünschen.

Q, woran möchten Sie in den zwei Wochen bis zum Saisonstart arbeiten?
A, ich denke, das Eröffnungsspiel wird ein sehr aufregendes und wichtiges Spiel, aber es ist nur ein Spiel in einer langen Saison. So wie ein schneller Langstreckenläufer am Anfang nicht immer Ergebnisse erzielt, möchte ich das ganze Jahr über gute Ergebnisse erzielen, indem ich mich stets bestmöglich auf das jeweils bevorstehende Spiel vorbereite. Jetzt ist das Eröffnungsspiel das bevorstehende Spiel, und darauf werde ich mich sowohl persönlich als auch mit dem Team gründlich vorbereiten.

Interviewdatum: 5. Februar 2022